Mehr zur Gartenstadt



Gartenstadt trotz(t) Grossstadt

Winterthur boomt. 2008 hat die Stadt mit 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern die Grossstadtgrenze erreicht. Es stellt sich deshalb drängend die Frage, wie die Gartenstadtqualitäten Winterthurs trotz anhaltendem Bauboom erhalten werden können. Im innerstädtischen Bereich registrieren die Menschen besorgt das Verschwinden alter Villen zugunsten von Neuüberbauungen mit hoher Ausnützung, und auch an den Rändern der Stadt wächst die Stadt. Im Frühjahr 2009 beschäftigte sich eine öffentliche Veranstaltungsreihe mit der Stadtentwicklung und der Frage, wie die spezifischen Qualitäten der Stadt erhalten werden können. Die Erkenntnis: Beim künftigen Wachstum der Stadt muss Qualität vor Quantität stehen. Der Stadtraum soll nach innen verdichtet werden, damit der Grünraum geschont werden kann. Es sind Verdichtungen zu favorisieren, die möglichst ohne Verlust von Freiräumen realisiert werden können. Verdichtungen sind eine Chance, um neue «Leuchttürme» und attraktive Adressen zu schaffen. Die Hauptstrassenräume sollen wieder wohnverträglicher und die gewachsenen Quartierstrukturen gestärkt werden. Renaturierte und zugängliche Fluss- und Bachläufe sollen die Gartenstadt aufwerten. Ausserdem soll in der Stadt weiterhin Mischung und Durchmischung von Wohnen, Arbeit und Freizeit angestrebt werden.


Waldeslust

Winterthur ist die waldreichste Stadt der Schweiz. 38.7 Prozent des Stadtgebietes sind bewaldet. Prägend sind insbesondere die sieben bewaldeten Hügel, zwischen denen sich die Stadt wie eine Krake mit langen Fangarmen ausbreitet. Die Winterthurer Wälder sind sehr vielfältig und der Artenreichtum wird mit gezielter Pflege gefördert. Dazu gehört die Förderung standortgerechter Baumarten, die Respektierung von dynamischen Vorgängen, die Erhaltung und Wiederherstellung von möglichst grossen, zusammenhängenden und ungestörten Waldarealen und die Schaffung von Waldreservaten mit Nutzungseinschränkungen sowie die Bezeichnung total nutzungsfreier Reservate.
Erholungswälder: Sie werden intensiv genutzt und verfügen deshalb über ein gut unterhaltenes Wegnetz und Rastplätze mit Feuerstellen (Eschenberg und Lindberg).
Nutzwälder: Diese werden wirtschaftlich genutzt, dienen aber auch als Ruhe- und Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere.
Lichte Wälder: Hier wird gezielt dafür gesorgt, dass das Licht bis zum Waldboden vordringen kann und sich so licht- und wärmebedürftige Pflanzen und Tierarten ansiedeln können (Südhang des Hoh-Wülflingen mit zahlreichen Orchideenarten, Geissklee-Föhrenwald westlich der Chöpfi, Gebiet Sädelrain im Seemer Tobel oder der seltene Bergseggen-Buchenwald oberhalb des Chollochs, östlich der Bahnstation Sennhof).
Wälder mit Alt- und Totholz: Im Stadtwald werden alte und tote Bäume bewusst stehen und liegen gelassen. Damit wird das Überleben einer Vielzahl von Organismen und Tierarten gesichert. Über den gesamten Stadtwald verteilt gibt es Altholzinseln, die zwischen einer halben und zwei Hektaren gross sind. Auch in den bewirtschafteten Waldteilen lässt man abgestorbnene Bäume stehen, sofern sie keine Gefahr für Waldbesucherinnen und -besucher darstellen.
Förderung von Eiben: Die Eibe ist eine gefährdete Baumart. Ganz junge Bäume und solche mittleren Alters sind selten. Rehe und Hirsche sind der grösste Feind der Eibe. Sie verbeissen die jungen Bäume, so dass diese sich nicht entwickeln können. Winterthur beteiligt sich deshalb an einem Eibenförderungsprojekt, das durch das Amt für Landschaft und Natur des Kantons unterstützt wird. Eibenholz ist äusserst zäh und dauerhaft. Bei idealen Verhältnissen können Eiben bis zu 1000 Jahren alt werden. Sie kommen vereinzelt im ganzen Stadtwald vor. Die bedeutendsten Gebiete mit Eibenbeständen sind der obere Dättnauer Berg, das Totentäli und das Linsental.


Pünten-Stadt Winterthur

Die ersten Pünten wurden in Winterthur bereits 1623 angelegt. Rund 300 Jahre später, im Jahr 1915, hatte sich das Püntenwesen derart ausgebreitet, dass Stadtrat Emil Freitag stolz feststellte: «Die Stadt Winterthur ist unseres Wissens die einzige Stadt der Schweiz, die einen solchen ausgedehnten Püntenbesitz hat und auf die beschriebene Art und Weise betreibt. Zusätzlich zum Pflanzland stellt die Stadt auch typisierte Püntenhäuschen, Brunnen und Hydranten zur Verfügung.»Die allerersten 20 «Pflanzblätze» befanden sich draussen vor den Stadttoren. Die Stadt hatte sie angelegt und den Bürgern überlassen. Seither sind diese normierten Nutzgärten mit Holzhäuschen, die stets in grösseren Kolonien angelegt sind, ein integrer Bestandteil des Stadtbildes. Viele der Püntenareals haben ihren Platz auf sicher, bei andern aber gilt, was offenbar schon im 18. Jahrhundert galt: Sie sind eine Art Zwischennutzung, das heisst, sie müssen weichen, wenn der Ort, an dem sie stehen, als Bauland ins Auge gefasst wird. Da aber die Püntikerinnen und Püntenpächter eine starke Lobby im Rücken haben, ist im Fall von «Enteignungen» beziehungsweise Umsiedlungen auf jeden Fall mit zähem Widerstand zu rechnen. Die Pünten belegen gegenwärtig gut 50 Hektaren des Stadtgebietes, was einem 5 m2 grossen Familiengartenstück für jede Einwohnerin und jeden Einwohner entspricht. 2009 zählte man in der Stadt 3113 Pünten, 1975 waren es noch 4632 gewesen. Die Lust, in der eigenen Pünt zu gärtnern, nimmt also ab. Die Zeiten, als hier aus materieller oder finanzieller Not Gemüse und Kartoffeln gezogen wurden, sind weitgehend vorbei. Heute ist das Gärtnern eher eine Freizeitbeschäftigung und die Pünt auch ein Ort, wo man sich zum geselligen Zusammensein mit Freunden trifft.


3400 Strassenräume

Es ist nicht so, dass man in Winterthur vor lauter Bäumen die Strassen nicht mehr sieht, aber die Bäume entlang der Strassen spielen in Winterthur seit jeher eine grosse Rolle. Die ersten Promenadenanlagen entstanden rund um das Stadtzentrum anstelle der Gräben und Wälle, die bis ins 18. Jahrhundert die Stadt vor feindlichen Angriffen geschützt hatten. Und auch bei der weiteren Stadtplanung wurden neu entstehende Quartiere mit baumgesäumten Strassen und markanten Einzelbäumen begrünt. Ein Alleenkonzept garantiert heute nicht nur die Erhaltung von Alleen und Baumreihen, sondern auch deren Ergänzung. Jährlich werden im Durchschnitt zwischen 30 und 50 neue Bäume gepflanzt. Sie ersetzen zum Teil alte Bäume, die gefällt werden mussten, es werden aber auch neue Baumreihen und Alleen angelegt. Bis diese ihre repräsentative Wirkung entfalten können, dauert es allerdings seine Zeit, was man gegenwärtig sehr schön an den staksigen jungen Bergahornbäumen entlang der Sulzerallee in Neuhegi sehen kann. Aber auch in älteren Alleen sind markante «Löcher» zu registrieren; überall da, wo ein alter Baum durch einen kleinen Jungbaum ersetzt werden musste. Ihren Ruf als Gartenstadt will Winterthur unter anderem damit festlegen, dass alle Haupteinfallsachsen von Alleen und zweitrangigen Strassen von (einseitigen) Baumreihen gesäumt sind. Die vier häufigsten Baumarten bei den Alleebäumen sind übrigens Linden, Ahorne, Rosskastanien und Platanen.


Der Spielplatz um die Ecke

Freiräume für Kinder zu schaffen ist eine kantonale Vorschrift. Vorgeschrieben sind nicht nur öffentliche Kinderspielplätze, sondern auch Spielplätze in privaten Mehrfamilienhaus-Siedlungen. In Winterthur gibt es rund 180 öffentliche Anlagen in Quartieren, Schulen und Kindergärten. Ziel der Stadt ist es, dass der nächste Spielplatz von jedem Punkt der Stadt nicht weiter als 300 Meter entfernt liegt. Auf 80 Prozent des Stadtgebietes ist diese Voraussetzung bereits erfüllt. Es braucht also noch zusätzliche neue Anlagen, um allen Familien einen Spielplatz gleich um die Ecke anbieten zu können. Gleichzeitig müssen die bestehenden öffentlichen Anlagen immer wieder auf den neusten Stand gebracht werden. Ungefähr alle 15 Jahre müssen die Spielgeräte ersetzt werden. Jährlich werden drei bis vier Spielplätze in öffentlichen Anlagen und rund zehn in Schul- und Kindergartenanlagen saniert. Dazu kommt eine monatliche Sichtkontrolle aller Spielgeräte sowie eine jährliche Hauptinspektion. Bezüglich Spielgeräte geht der Trend wieder weg vom Plastik, hin zu natürlichen Materialien wie Holzstämme oder Kletternetzen.


Gartenstile im Wandel

Von der Antike bis zum Barock. Die Gartenideale haben sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gewandelt. In der römischen Antike waren die Gärten meist als Innenhöfe angelegt, und auch im Mittelalter waren es strenge, geschlossene Anlagen mit kreuzförmigem Grundriss. In der von Stadtmauern umschlossenen Winterthurer Altstadt waren es analog den aneinander gereihten Häuserzeilen schmale Hinterhofgärten. Im 16. Jahrhundert hatten die üppigen italienischen Renaissance-Gärten ihren grossen Auftritt und im 17. Jahrhundert gaben die streng symetrischen Barockgärten der Franzosen den Ton an. In Winterthur wurde der Garten des Landhauses «zur Pflanzschule» an der Römerstrasse im barocken Stil angelegt (Bild). Das Landhaus ist heute Wohnsitz des Pfarrers der Stadtkirche. Der Garten wurde im späten 19. Jahrhundert im englischen Stil umgestaltet.

Der Landschaftsgarten. Eine eigentliche Revolution brachte die Ablösung des streng geometrischen Gartens durch den Landschaftsgarten im 18. Jahrhundert. Diese bahnbrechende Neuerung in der Naturauffassung ging von England aus, erfasste aber schliesslich ganz Europa. Die strenge des klassischen englischen Landschaftsgartens konnte sich aber nicht lange halten. Als neues Element wurde der «pleasure ground», ein intensiv gestalteter und gepflegter Landschaftsgarten in Hausnähe, entdeckt. Der Park des 1787 erbauten Lindenguts sah zwar ursprünglich noch eine Anlage im Barockstil vor, bei der Realisierung wurde dann aber von der «aristokratisch-repräsentativen Fassung» abgerückt, was sich unter anderem darin äusserte, dass anstelle der vorgesehenen beschnittenen Bäumchen im Ziergarten Bäume gepflanzt wurden, die sich zu stattlichen Exemplaren auswachsen durften, die zum Teil bis heute erhalten sind. Auch die Gestaltung des Adlergartens orientierte sich an den Idealen des Landschaftsgartens. In den Gärten wurden in dieser Zeit auch zunehmend exotische Gewächse wie Tulpen- oder Gingkobaum, Atlaszeder, Scheinzypresse oder Hängebuche gepflanzt, eine Folge der Beziehungen der ansässigen Handelshäuser mit dem Orient. Typisch für die neuen natürlichen Gärten waren gewundene Wege, Teiche und dekorative Baumgruppen.

Der Landschaftsgartengedanke fand in Winterthur eine begeisterte Anhängerschaft und Conrad Löw (1819-1870). einer der damals führenden Gartenarchitekten, gestaltete in Winterthur eine ganze Reihe von Gärten in diesem Stil, So die Parkanlagen der Villa Büel, des Brühlguts oder als schönste und wichtigste Anlage den Park der Villa Bühler-Egg (Bilder). Nachfolger und grosser Verehrer von Löw war Evariste Mertens (1846-1907). Er fügte dem Landschaftsgarten zusätzliche verspielte Elemente wie Grotten, Tempel oder Wasserspeier zu. Mertens war bei der Gestaltung des Frohberg-Parks im Jahr 1887 federführend und er gestaltete die Gärten der Doppelvillen im Leesteig/Leimeneggstrasse für die Gebrüder Karl und Hermann Bühler. Über Löwe schrieb er im Rahmen der Landesausstellung von 1883 in Zürich: «Alle» Schöpfungen Löw's tragen in prägnanter Weise den Stempel der Vollendung; er vermeidet die Zerstückelung des Areals durch unnötige Wege und weiss deren grauen Linien den Blicken zu entziehen (....), er trifft immer das richtige Verhältnis zwischen Licht und Schatten, das heisst zwischen Rasen oder Wasserflächen und Baum- bzw. Gesträuchgruppen (....) Bei ihm ist alles überlegt, nichts dem Zufall überlassen, und doch ist der Effekt von überraschender Natürlichkeit; dadurch offenbart er sich als wahrer Gartenkünstler. Der Beschauer soll keine Ahnung haben von all der Mühe und all den Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen.

Der Architekturgarten. Anfang des 20. Jahrhunderts kippte das Landschaftsgartenideal radikal. Es war eine Zeit des Aufbruchs. Die Suche nach neuen zeitgemässen Formen ergriff auch die Gartenkultur. Man begann sich zurück auf konstruktive und architektonische Grundlagen der Gartengestaltung. Die Symmetrie, die klar umgrenzten Rabatten und die niedrig geschnittenen Buchshecken erlebten eine Renaissance. Neu war aber jetzt auch die Farbharmonie wichtig, die mit der Architektur korresondieren musste. Die Erneuerung wurde in Winterthur interessiert verfolgt und vertreten. So hielt der Fabrikant Richard Bühler als Förderer des Kunstvereins, des Heimatschutzes und des Werkbundes vor dem Kunstverein 1910 einen Vortrag über den «Garten», in dem er unter anderem feststellte: «Es muss zur Überzeugungssache werden, bei allen am Gartenbau beteiligten, dass das künstlerische Prinzip in der Gartenbaukunst allein Bestand haben wird (....). Wer wird in Zukunft gute Gärten schaffen? Der Gärtner oder der Architekt, oder beide in gemeinsamer Arbeit? Die Frage ist nicht zu beantworten. Persönlich neige ich zu der Ansicht, dass allezeit, und namentlich jetzt, der Baukünstler die Führung im Garten übernehmen muss. Über das eine aber wollen wir uns klar sein, dass der Garten der Kunst gehört.» Sein Ruf verhallte in den massgeblichen Kreisen der Stadt nicht ungehört. George Reinhart liess im Tössertobel einen prächtigen Architekturgarten anlegen (Bild unten links). Die Kunstförderin Hedy Hahnloser gestaltete den Landschaftsgarten der Villa Flora im Zusammenhang mit einer Maillol-Ausstellung zu einem Architekturgarten um und auch der Kunstsammler Oskar Reinhart fand, dass nur in einem Architekturgarten seine Skulpturen richtig schön zur Geltung kommen. Entsprechend passte auch er seinen Park im Römerholz an (Bild oben). Beim Bau des Tennisclubs Römerpark setzte er dann von allem Anfang an auf einen architektonischen Garten.

Vom Wohngarten zum Naturgarten. Die zunehmende Akzentuierung der Wohnfunktion des Gartens führte in den 1930er-Jahren zum Wohngartenstil. Gegenüber dem Architekturgarten brachte er eine Lockerung der Formen und Gestaltungsprinzipien. Der Garten wurde als erweiterter Wohnraum im Freien verstanden und genutzt. Der Geist jener Zeit brachte der Zürcher Landschaftsarchitekt Walter Leder (er hatte 1947 den Stadtgarten umgestaltet) mit seiner Begeisterung für die Landi 1939. die vom Wohngartengedanken geprägt war. auf den Punkt: «Unsere blühende grüne Landi ist ein grosser Blumengarten der schönen Heimat und der lebendige Ausdruck freudiger, freiwilliger und hoffnungsfroher Zusammengehörigkeit.» Nach dem zweiten Weltkrieg kam der Begriff der «Neuen Gärten» auf. Diese zeichneten sich nicht mehr durch die differenzierte Gartenkultur aus, sondern stellten sich praktisch, aber auch etwas beliebig in den Dienst ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Der Garten wurde zur Sonntags- und Ferienwelt. Daneben gewann die Grünraumgestaltung im Zusammenhang mit dem Bau von Grosssiedlungen an Bedeutung. Ein exemplarisches Beispiel in Winterthur ist die Überbauung Grüzefeld mit ihren geschützten Grünräumen im Inneren der Überbauung (Landschaftsarchitekt Ernst Cramer). In den 1970er-Jahren schliesslich begann sich als Kontrapunkt zur zusehenden Verbetonierung des Landes der Naturgarten durchzusetzen. Die wilde, ungezähmte Natur sollte sich wenigstens im Privatgarten wieder entfalten können. Die heutigen Gärten sind von Individualismus geprägt und decken ein breites Spektrum ab vom verwunschenen Naturgarten über den Wohngarten bis zur ästhetisch-funktionalen öffentlichen Anlage.


Wer die Winterthurer Gärten prägte

Joseph Philippe de Clairville (1742-1830). Botaniker und Entomologe. Studium der Medizin und Naturwissenschaften in Montpellier. Lernte in Bex Johann Sebastan von Clais kennen. Übersiedelte 1782 nach Winterthur und kaufte 1788 das Landhaus zum Büel, wo er mit der Ansiedlung von exotischen Baum-, Strauch- und Staudenarten experimentierte. Es wird vermutet, dass er der Berater von Johann Sebastian Clais (Lindengut) und Johann Jakob Sulzer (Adlergarten) bei der Gestaltung ihrer Gärten war.

Conrad Löwe (1819-1870). Gartengestalter. Gebürtiger Deutscher. Ab 1852 Bürger von Elsau. War vorerst in Teufen tätig (Schlossbau für Eduard Merian1850-1856). Ab 1862 in Winterthur. Korrektur und Erweiterung des Parks im Büel, Anlage des Brühlgut-Parks (ab 1862) und der Villa Bühler-Egg.

Evariste Mertens (1846-1970). Holländer, 1870 Mitbegründer des Gartenbaugeschäftes Neher und Mertens, in Schaffhausen. 1886 Umsiedlung nach Zürich. Dozent an der ETH für Obstbau und Zusammenarbeit mit Otto Froebel. Ab 1889 führt er sein eigenes Geschäft in Zürich. Privatparks der Familien Sulzer. Reinhart und Ernst in Winterthur.

Otto Froebel (1844-1906). Sohn, Teilhaber und Nachfolger von Theodor Froebel, dem Zürcher Universitätsgärtner, der mit Heinrich Würth die erste Zürcher Handelsgärtnerei gründete. Otto Froebel war ein hervorragender Züchter, weltbekannter Dendrologe und Landschaftsgärtner. Wurde oft als Jurymitglied ins Ausland berufen, z.B. nach Paris und Köln. Preise an der Genfer Landesausstellung 1896. Nach dem Tod von Otto Froebel leitete Gustav Ammann die Firma unter dem Namen Froebels Erben bis 1934.

Fritz Haggenmacher (1896-1924). Geboren in Winterthur. Gartenarchitekt und Inhaber eines Gartenbaugeschäftes. 1924 Geschäftseröffnung in Winterthur. Ausstellungsgärten an der Kantonalen Landwirtschafts- und Gartenbauaustellung Winterthur 1924 und an der Landesausstellung 1939. Privatgärten der Familien Sulzer, Reinhart usw., Fabrikanlagen Rieter und Sulzer, Gestaltung des Ohringer und Schützenweihers. Erweiterung des Friedhofs Rosenberg 1940.

Richard Arioli (1905-1994). Geboren In Basel. Arbeitete nach seiner Ausbildung an der Gartenbauschule Oeschberg bei Froebels Erben und war von 1933 bis 1940 Stadtgärtner in Winterthur und in dieser Zeit u.a. verantwortlich für das Anlegen der Platanenallee entlang der Frauenfelderstrasse. Von 1940 bis 1970 Stadtgärtner von Basel und verantwortlich für die Umnutzung des Friedhofs Kannenfeld zur Parkanlage. Als herausragender Landschaftsarchitekt wurde er von der Universität Basel mit dem Dr. h.c. ausgezeichnet. Erster Redaktor (1962-1966) von «anthos», der Fachzeitschrift für Landschaftsarchitektur.

Johannes Müller (1910-1999). Gartenarchitekt, geboren in Flurlingen, lebte in Winterthur. 1940-1975 Stadtgärtner von Winterthur. Während dieser Zeit vermehrte sich die von der Stadtgärtnerei zu pflegende Grünfläche von 200 000 m2 bis gegen 900 000 m2. Verschiedene Privatparks wurden als öffentliche Gärten eingerichtet, Trottoirs wurden abseits des Verkehrs ins Garteninnere verlegt. Längs des Mattenbachs wurde ein Grünzug angelegt, wesentliche private Baumbestände wurden inventarisiert und geschützt. Auch die Gestaltung des Rosengartens (1964) ist sein Wek.

Ernst Meili (1920-1979). Gartenarchitekt Winterthur. Bildet sich unter anderem bei Fritz Haggenmacher aus. 1945 Gründung des Betriebes in Veltheim mit Baumschule ab 1947. Unterrichtete an der Berufsschule Winterthur Gärtnerlehrlinge. Anlagen «Winterthur» Versicherungen, Kantonsschule, Kantonsspital, Musikschule und Konservatorium, Altersheim Rosental, Kirche Rosenberg, Schulanlagen in Seen, Berufsfachschule Winterthur BFS. Ernst Meili war ein überzeugter und engagierter Naturschützer, er verpflichtete sich bei den Vorarbeiten für die Grün 80 und bei der Gründung der Fachrichtung Landschaftsarchitektur am Technikum Rapperswil.

Rotzler, Krebs, Partner Planungsbüro für Landschaftsarchitektur und Freiraumgestaltung mit Sitz in Winterthur, gegründet 1982. Das Team realisierte in Winterthur u.a. den Wohnpark auf dem Ninckareal, den Vorplatz des Bezirksgebäudes den «Garten des Schrotthändlers», den Delphinplatz, das Gemeinschaftsgrab Friedhof Rosenberg, den Garten des Schlosses Wülflingen und den Brühlgutpark. Stefan Rotzler (*1953) studierte Kunstgeschichte und Landschaftsarchitektur und hat verschiedene Lehraufträge an der Hochschule Rapperswil und an der ETH. Matthias Krebs (*1965) machte eine Berufslehre als Staudengärtner und war anschliessend selbstständig im Gartenbau tätig. 1987-1989 Studium an der Hochschule Rapperswil. Stephan Herde (*1972) machte eine Berufslehre als Tiefbauzeichner. 1994-1998 Studium der Landschaftsarchitektur an der Hochschule Rapperswil. 2007-2009 Studium MAS an der Fachhochschule Nordwestschweiz mit Abschluss Excecutive MBA.

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