Oberwinterthur


Oberwinterthur
Ein Park für zehn Millionen, ein römischer Vicus und alte Bauerngärten


Kirche St. Arbogast

Der geschichtsträchtige Kirchenhügel mit der Kirche St. Arbogast.


Oberwinterthur

Oberwinterthur

Im alten Dorfkern von Oberwinterthur gibt es noch eine Reihe intakter Häuser mit liebevoll gepflegten Bauergärten.

Der Vicus

Der Vicus ist ein Denkmal für die römische Siedlungsgeschichte Oberwinterthurs.

Oberwinterthur

Oberwinterthur

Zwischen der Rychenbergstrasse und dem Kern von Oberwinterthur entstanden in den 1950er-Jahren Siedlungen mit grosszügigen Gartenanlagen.

Immer wieder beweisen die Winterthurerinnen und Winterthurer in Abstimmungen, welche Bedeutung sie dem Grünraum in der Stadt zumessen. Eine solch eindrückliche Manifestation war die Bewilligung eines Kredits von rund zehn Millionen Franken für die Realisierung des Eulachparks (1). Er ist das Kernstück der Stadtraumerweiterung in Neuhegi, jenes im Spickel zwischen St. Gallerstrasse und Bahnlinie gelegenen ehemaligen Industriegeländes von Sulzer, das heute zum grössten Teil nicht mehr gebraucht wird und deshalb für neue Nutzungen zur Verfügung steht. Im neuen urbanen Stadtteil wird es rund 4500 Arbeitsplätze und Wohnungen für fast ebenso viele Bewohnerinnen und Bewohner geben. Oberwinterthur, der grösste aller Winterthurer Stadtteile vergrössert damit seinen Abstand zu den anderen weiter.

Oberwinterthur ist sozusagen die Urzelle von Winterthur. Schon zur Römerzeit befand sich hier die Siedlung Vitudurum am Ort des heutigen alten Dorfkerns, in dem noch verschiedene Fachwerkbauten und Bauerngärten erhalten sind. Die Anlage Vicus Oberwinterthur (2) legt Zeugnis ab von der bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. zurückreichenden Geschichte. Das eigentliche Ausgrabungsfeld wurde nach Abschluss der archäologischen Forschungen zwischen 1975 und 1987 mit 26 Mehrfamilienhäusern (Überbauung Unteres Büel) mit bis zu acht Geschossen überbaut. Ursprünglich war das Jäggliareal ein Fabrikareal. Geschichtsträchtig ist auch der Kirchhügel mit der Kirche St. Arbogast, dem Friedhof und dem Hohlandhaus, dem ältesten Wohnhaus Oberwinterthurs.

1  Eulachpark

Die 60 000 m2 grosse Parkanlage wird in vier Etappen über einen Zeitraum von zehn Jahren realisiert. Sie ist auf möglichst vielseitige Nutzungen wie Spiel, Bewegung, Spazieren, Picknicken und Ausruhen ausgerichtet, so dass alle Bevölkerungsteile davon profitieren können. Der Parkteil Ost, die erste und grösste Etappe wurde im Sommer 2008 fertig gestellt. Dieser Teil des Parks zwischen Eulach, der Barbara-Reinhart- und der Else-Züblin-Strasse ist landschaftlich gestaltet und frei nutzbar. Es wurden über 300 Bäume gepflanzt, die Mehrheit davon Eichen. Zur Strasse hin wird die Bepflanzung dichter und die Bäume bilden zusammen mit quadratischen Sitzmöbeln den Übergang zur bebauten Struktur. Im Südosten führt der Parkweg bis hin zur Rümikerstrasse, damit auch von dieser Seite her die Erreichbarkeit des Parkes gewährleistet ist. Die Böschung zur Eulach wurde abgeflacht, damit das Wasser bequem erreichbar ist und die Gewässersohle wurde, um den Bachlauf wieder natürlicher zu gestalten, abwechslungsweise ausgeweitet und verengt. Der geschwungene Spazierweg - eines der wichtigsten Gestaltungselemente des ganzen Parks - verläuft stellenweise auf einem kleinen Damm und gewährt so reizvolle Ausblicke. Längs des Weges wurden zahlreiche Sitzbänke installiert. Der mittlere Parkteil, also die 2. Etappe des Projekts, wurde im Sommer 2010 abgeschlossen. Dieser zwischen Eulach, Else-Züblin-, Barbara-Reinhart- und Seenerstrasse gelegene Teil des Parks wurde im Gegensatz zum ersten intensiv gestaltet und kann sehr vielfältig genutzt werden. Im Zentrum steht ein Rasenspielfeld, das nördlich durch einen grosszügigen Kinderspielplatz und südlich durch einen baumüberdachten Platz gefasst ist. Unter dem Baumdach kann ein Gartenrestaurant eingerichtet werden und hier können auch Quartierfeste stattfinden. Gegen die Seenerstrasse hin wurde ein Hartplatz erstellt, welcher für verschiedene Aktivitäten wie Ball und Rollspiele genutzt werden kann. Die Eulach wurde auch in diesem Bereich renaturiert und im Profil ausgeweitet. Mit der zweiten Etappe sind drei Viertel des Parks gebaut. Die dritte Etappe wird beim ehemaligen Wohlfahrtshaus realisiert. Hier soll der ruhigste Bereich des Parks entstehen; ein Garten mit Bäumen und Blumen. Noch offen ist die Gestaltung der vierten Etappe beim Bahnareal.

Japanischer Schnurbaum
Seltener japanischer Schnurbaum

Der japanische Schnurbaum (Sophora japonica) ist ein seltener Baum in Winterthur. Er ist eher feingliedrig, kann aber bei guten Bedingungen bis 25 Meter hoch werden. Wegen der gefiederten Blätter wird er zuweilen mit der Scheinakazie verwechselt. Ein schönes Unterscheidungs-merkmal sind aber die etwa 20 cm langen, gelblichweissen Blütenrispen im August. Schnurbäume gibt es nicht nur auf dem Friedhof Oberwinterthur, zwei stehen auch bei der reformierten Kirche in Wülflingen und ein besonders schönes Exemplar mit veredelter Hängeform ist beim Kutscherhaus im Lindengut zu bewundern. (vgl. Altstadt und Umgebung). Diese Art wächst sehr langsam und knorrig und wird nur ein paar Meter hoch. In jüngerer Zeit hat die Stadtgärtnerei diesen Baum als Ersatz für die Scheinakazaie gefördert. Er ist überall dort am richtigen Platz, wo ein lichtes, helles Blattwerk gewünscht ist. Im Gegensatz zur Akazie ist er aber kein Pioniergehölz, sondern liebt einen tiefgründigen Boden. In grösserer Anzahl wurden solche japanischen Schnurbäume beim Sportplatz Flüeli und im Hof des Schulhauses Oberseen gepflanzt. Dort behagt es ihnen aber nicht sonderlich, vermutlich weil der Grundwasserspiegel zu hoch steigt.

Der Eulachpark

Der Eulachpark

Der Eulachpark

Der Eulachpark

Ein wichtiges Element im Eulachpark ist das Wasser. Mit einer Renaturierung wurde die Eulach zu einem attraktiven, für die Bevölkerung erleb- und nutzbaren Gewässer gemacht.

2  Vicus Oberwinterthur

Römerstrasse / Unterwegli
Der Vicus Oberwinterthur ist eine historische Anlage am Rande des ehemaligen Ausgrabungsfeldes Büel, das über Jahre ein Eldorado für die Kantonsarchäologie war. Auf dem Vicus hat die römische Siedlungsgeschichte ein «Denkmal» erhalten: Im Boden des Platzes sind Holzbalken eingelassen, die den ausgegrabenen Schwellenbalken aus der Römerzeit entsprechen und die ehemaligen Römerhäuser markieren. Ein Kiesweg deutet den früheren Römerweg an, der von Bregenz Windisch bis nach Avenche führte. Dazu kommt eine Informationstafel zur Geschichte der römischen Siedlung. Der Vicus ist aber nicht nur eine historische Stätte, sondern auch ein Spielplatz mit Sitzbänken.

Begrünte Siedlungen und ein attraktives Schwimmbad


Siedlung Stadtrain

Die Kreuzreihenhäuser der Siedlung Stadtrain galten bei ihrem Bau im Jahr 1928 als die ökonomischste Form von Reiheneinfamilienhäusern. Sie sind seitlich und rückwärts mit den Nachbarhäusern zusammengebaut. 2009 wurde die Siedlung total saniert und von der Architekturzeitschrift Hochparterre ausgezeichnet.

Siedlung Gebhartstrasse

Siedlung Grabenackerstrasse

Begrünte Siedlungen an der Grabenackerstrasse (rechts) und an der Gebhartstrasse (links) aus der Nachkriegszeit.

Schwimmbad Oberwinterthur

Das Schwimmbad Oberwinterthur.

Schwimmbad Oberwinterthur

Während sich am Südosthang des Lindbergs ab den 1880er-Jahren die Einfamilienhäuser auszudehnen begannen, siedelte sich in der Ebene die Industrie an. Insbesondere Sulzer fand hier ab Anfang des 20. Jahrhundert einen zweiten Standort, nachdem das florierende Industrieunternehmen auf dem Areal im Tössfeld (Sulzerareal Stadtmitte) die Kapazitäten ausgeschöpft hatte. In der Folge musste auch Wohnraum für die Arbeiterschaft geschaffen werden. Beim Stadtrain baute die Heimstättengenossenschaft zwischen 1928 und 1942 in mehreren Etappen eine exemplarische Siedlung, die im Volksmund Birchermüesliquartier genannt wird, weil die Strassen Namen wie Aprikosen-, Pfirsich-, Kirschenweg etc. tragen. Die Kolonie gilt als wichtiger Zeuge des Siedlungsbaus in der Zwischenkriegszeit (3). Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden weitere begrünte Siedlungen, zum Beispiel an der Grabenackerstrasse (Heimstättengenossenschaft) und an der Gebhardstrasse, wo die Baugenossenschaft Lindberg um 1952 zwischen der damals bereits bestehenden Bebauung entlang der Rychenbergstrasse und dem Kern von Oberwinterthur in einem der ehemaligen historischen Gärten des alten Dorfes platziert wurde. Der frühere Stadtplaner Hans Degen wertete die Platzierung dieser Überbauung als frühen Verdichtungsschritt. Das 1958 erstellte Freibad wartete lange auf seine Sanierung: Nach einer Gesamterneuerung im Jahr 2012 erfüllt die Anlage heute mit ihrer grosszügigen Raumgestaltung, dem alten Baumbestand und dem Chromstahlbecken wieder alle Anforderungen an ein zeitgemässes Freibad (4).

3  Siedlung Stadtrain

Frauenfelderstrasse 77-111
Die Kreuzreihenhäuser galten bei ihrem Bau als die wirtschaftlichste Form von Reiheneinfamilienhäusern und boten mit ihren vorgelagerten Gärten dennoch viel Lebensqualität. Indem sie seitlich und rückwärts mit den Nachbarnhäusern zusammengebaut sind, besitzt jedes Haus nur eine Aussenfassade und alle Räume sind auf eine Front gegen den Garten hin orientiert, über den die Häuser auch erschlossen sind (Architekten Kellermüller & Hofmann, Winterthur). Im Zusammenhang mit einer Totalsanierung (Knapkiewitcz + Ficker Architekten AG, Zürich) wurde die Siedlung 2009 von der Architekturzeitschrift Hochparterre ausgezeichnet. Die Häuser wurden mit Anbauten in Form einer pavillonartigen Holzkonstruktion ergänzt. Damit konnte eine höhere Wohnqualität erreicht werden, zum Preis eines kleineren Gartenanteils.

4  Schwimmbad Oberwinterthur

Mooswiesenweg 44
Die Anlage verfügt über einen schönen Baumbestand und hat nach ihrer Sanierung im Jahr 2012 wesentlich an Qualität gewonnen. Ein Teil des Parks ist auch ausserhalb der Badesaison für die Allgemeinheit zugänglich. Der Badebereich mit den verschiedenen Becken sowie eine vielfältige Landschaftsgestaltung lassen den Besucherinnen und Besuchern die Wahl zwischen belebten Zonen und ruhigen Rückzugsorten.
Kunst:
Willy Frehner, Kikelino, 1965, Skulptur, Stein, 1.30 x 2.70 x 1.10 m auf der Spielwiese (siehe Kunstführer).

Die schönste Baumallee und ein Püntenareal in luftiger Höhe.


Baumallee Frauenfelderstrasse

Die schönste Baumallee der Stadt an der Frauenfelderstrasse - im Herbst und im Sommer.

Baumallee Frauenfelderstrasse

Püntenareal Rietberg

Püntenareal Rietberg

Das Püntenareal auf dem Rietberg.

Fährt man auf der Frauenfelderstrasse stadtauswärts, sieht man sich unvermittelt von der schönsten und mächtigsten aller Strassenalleen der Stadt umhüllt, als wär´s ein Tor zum Himmel (5). An ihrem Ende stellt man dann allerdings ernüchtert fest, dass die Strasse nicht in den Himmel führt, sondern nur zu den Autobahnanschlüssen. Davor aber gibt es auf der linken Strassenseite, ein Stück zurückversetzt, erblickt man einen seltsam regelmässig geformten Berg mit abgeflachter Spitze. Oben drauf ist eine Reihe kleiner Häusersilhouetten erkennbar und ein paar nastuchgrosse Fahnen flattern im Wind. Es handelt sich dabei um Winterthurs höchstgelegene Pünten (6).

5  Allee Frauenfelderstrasse

Die dicht hintereinander stehenden Platanen an der Frauenfelderstrasse schliessen sich über der Strasse zu einem kathedralenähnlichen Tor zusammen. Gepflanzt wurden die Bäume in den 1930er- Jahren vom damaligen Stadtgärtner Richard Arioli. Leider sind einzelne Bäume von einem Pilz befallen, der im Extremfall eine Fällung nötig macht und es muss damit gerechnet werden, dass es vorübergehend Lücken in der Prachtsallee gibt.

6  Püntenareal Rietberg

Der Rietberg war ursprünglich eine Mülldeponie, die von der Stadt Winterthur aufwändig saniert wurde, bevor sie 2007 als Püntenareal eingeweiht wurde. Anfänglich herrschte eine gewisse Skepsis, ob das Gärtnern da oben auch tatsächlich unbedenklich sei. Unterdessen fühlen sich die Hobbygärtnerinnen und -gärtner wohl auf dem luftigen Areal mit Fernsicht.

Malerische Weiler, ein Schloss, eine Burg und das letzte Grossried


Die Eulach

Die Eulach fliesst mitten durchs Dorf Hegi und trieb früher drei Mühlen an.

Stadlerstrasse

Eine Reihe von Säulenpappeln säumt die Stadlerstrasse zwischen Oberwinterthur und Stadel.

Mörsburg

Die majestätische Mörsburg mit blühenden Kirschbäumen.

An seinen Rändern geht der mäandernde Wohnungsbau in Oberwinterthur unvermittelt in pralle Natur über. Von den insgesamt 63 Bauernhöfen auf dem ganzen Stadtgebiet entfallen 20 auf Oberwinterthur. Ebenso viele gibt es nur noch in Wülflingen. Wie ein Flickenteppich reiht sich Feld an Wiese, dazwischen liegen malerisch verstreut ein paar kompakte Dörfer und Weiler. Das stadtnahste ehemalige Dorf ist Hegi, das durch die intensive Bautätigkeit in Neu-Hegi in absehbarer Zeit mit der Stadt zusammenzuwachsen wird. Trotz dieser Verstädterung konnte der Dorfkern seine bäuerliche Struktur dank entsprechenden Kernzonenbestimmungen weitgehend erhalten. Geprägt wird der Ort vom ehrwürdigen Schloss Hegi (7), dessen Herren das Bauerndorf einst versorgte. Mitten durch das Dorf fliesst die Eulach, die ursprünglich drei Mühlen antrieb, von denen zwei, die Reismühle und die Mühle Hegi, noch erhalten sind. In Hegi gibt es auch einen Rebberg mit Aussicht auf das Schloss, auf Oberwinterthur, Wiesendangen und das Weinland. Den Übergang zwischen Stadt und Dorf versinnbildlicht die Mehrfamilienhaus-Anlage an der Reismühlestrasse, ein 1991/93 realisiertes Projekt der «Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen» (8), die zwischen Ländlichkeit und Urbanität oszilliert. Auch die im Norden von Oberwinterthur gelegenen Weiler Reutlingen und Stadel machen ihrer Vergangenheit als von Winterthur unabhängige Bauerndörfer noch heute alle Ehre. Zwischen Oberwinterthur und Stadel säumt eine Säulenpappel-Reihe die Stadlerstrasse und auf einem Hügelzug hinter der Aussenwacht erhebt sich umgeben von Rebbergen majestätisch die mittelalterliche Mörsburg mit ihrem schönen, von alten Buchen beschatteten Vorplatz.
Östlich von Reutlingen liegt, umgeben von Ackern und Feldern, die letzte grosse Riedfläche auf Winterthurer Boden (9). Nordöstlich der Mörsburg bilden mehrere künstliche Weiher im Wald den Lebensraum für allerlei Insekten- und Amphibienarten und zwischen dem Riethof und dem Rietberg (vgl. auch 6) wurde ein weiteres Naturschutzgebiet mit mehreren Weihern und einer angrenzenden Feuchtwiese geschaffen. Ein bedeutendes, 6000 m2 grosses Kiesgruben-Biotop wurde in den 1980er Jahren zwischen den Bahngleisen und dem Segelflugplatz Hegmatten erstellt ((Bild)). Es besteht aus drei Teichen, Kies-, Sand- und Torfflächen.

Eiche
Eine Eiche mit eigenem Grund und Boden

Die Eiche im «Chartenbüel» bei Hegi ist als Landschaftsschutzobjekt von kommunaler Bedeutung im Inventar der Natur- und Landschaftsschutzobjekte aufgeführt. Mit einem Stammumfang von über vier Metern, einer Höhe von rund 30 Metern und einem Kronendurchmesser von rund 25 Metern ist sie ein sehr beeindruckender Baum. Früher stand die rund 250 Jahre alte Eiche am Rand des «Stahlholz»-Waldes. Dieser wurde in der Zeit des Zweiten Weltkriegs gerodet, so dass die Eiche heute als imposanter Einzelbaum im offenen Feld steht. Im Zusammenhang mit der Melioration Hegi wurde für die Eiche eine eigene Parzelle mit einer Grundfläche von 302 m2 ausgeschieden. Stieleichen (Quercus robur) sind - zusammen mit der Traubeneiche - in Mitteleuropa heimisch und weit verbreitet. Eichen sind eine so genannte Lichtbaumart, das heisst sie benötigen für das Wachstum viel Licht. Der Name Eiche ist mit dem lateinischen esca (Speise) verwandt, ein Hinweis darauf, dass die Früchte des Baums früher eine grosse Bedeutung bei der Schweinehaltung hatten. Von daher kommt auch die volkstümliche Überlieferung «auf Eichen wachsen die besten Schinken». Bekannt ist auch, dass die Eichen eine ungewöhnliche Vielfalt von Insekten beherbergen. Es können bis zu 1000 Arten sein. Die Spezialisierung zahlreicher Insekten auf diese Baumart gilt als Zeichen ihres hohen entwicklungsgeschichtlichen Alters.

7  Anlage Schloss Hegi

Schloss Hegi

Spazierwege beim Schloss Hegi

Das ländlich gelegene Schloss Hegi ist umgeben von reizvollen Spazierwegen.


Das Schloss Hegi wurde Anfang des 13. Jahrhundert als Weiherschloss gebaut, vorerst von den Herren von Hegi und später von weiteren adligen Herrschaften bewohnt, die von hier aus ihre Vogteien regierten. Heute ist das Schloss ein Museum mit spätmittelalterlichem Interieur, wird aber auch für kulturelle und soziokulturelle Veranstaltungen genutzt. Der Schlossgarten wird im Sommer als öffentlicher Park mit Gastronomie betrieben, ausserdem gibt es einen Pflanzgarten mit alten Sorten.

8  Wohnanlage Reismühlestrasse

Die Überbauung wurde auf dem Holzlagerplatz der ehemaligen Sägerei Hegi realisiert (Architekt Fritz Schmocker, Oberrieden, 1991/93). Sie besteht aus zwei langgezogenen, parallelen Baukörpern. Die Siedlung thematisiert ihre Lage zwischen Stadt und Land mit einer nach Westen gerichteten, höheren «Stadtfassade» und einer niedrigeren, nach Osten gerichteten «Dorffassade» mit Pultdächern, Lukarnen und Laubengang. Die Anordnung der Anlage fördert die Begegnung und den Kontakt unter den Bewohnerinnen und Bewohnern. Der Hofraum zwischen den Häusern wird als verkehrsfreier Raum gemeinsam genutzt.

9  Reutlinger Ried

Das bedeutende Reutlinger Ried umfasst eine Fläche von rund 3 Hektaren. Das Ried ist Standort einer grossen Vielfalt von Sumpfpflanzen und ein Paradies für Vögel, Insekten und Amphibien.