Der Gartenstadt verpflichtet

Eine Grossstadt ist Winterthur erst seit dem Sommer 2008, das Prädikat Gartenstadt darf sie aber schon sehr lange für sich in Anspruch nehmen. Bereits ab den 1830er-Jahren, als Winterthur sich über die Stadtmauern hinaus auszudehnen begann, überliess man die Entwicklung nicht dem Zufall, sondern ersetzte die Befestigungen durch eine grosszügige grüne Ringzone, um zu verhindern, dass sich die dichte Bebauung der Altstadt unkontrolliert nach aussen fortsetzte. Und auch als die Stadt im Gefolge der Industrialisierung ein starkes Wachstum verzeichnete, blieb sie vom Bau dicht gedrängter Mietskasernen verschont. Stattdessen entstanden Arbeitersiedlungen mit eigenem Garten, die eine teilweise Selbstversorgung ermöglichten. Damit etablierte sich eine Wohnkultur, die zu einem Marklenzeichen von Winterthur werden sollte und sich - in zeitgemässer Ausprägung - bis heute fortsetzt. Die Stadtbehörden förderten die Lebensqualität ihrerseits mit begrünten Strassen und Plätzen, und die wohlhabenden Winterthurer Bürger leisteten ihren Beitrag zum grünen Erscheinungsbild der Stadt, indem sie ihre Villen mit weitläufigen Parkanlagen umgaben. Viele von ihnen stehen der Bevölkerung heute als öffentliche Pärke zur Verfügung. Vollendet wird das Gesamtkunstwerk «Gartenstadt» durch die sieben bewaldeten Hügel, zwischen deren Flanken sich das bebaute Stadtgebiet ausdehnt.